Weitermachen, wo alles anfing

Angela Krumpen|

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Die Sonne scheint, wärmt aber noch nicht. Der Frühling ist noch unentschieden. Aber wir sind entschieden. Wir, der kleine Freundeskreis von Jerzy, haben den Auftrag für die Homepage „Spiel mir das Lied vom Leben“ erteilt. Das konnten wir, weil wiederum das Stiftungszentrum des Erzbistums entschieden hat, eine solche Homepage zu unterstützen. Herzlichen, Dank liebe Stifter.

Dorle Schmidt und ich, wir können loslegen. Treffen uns im Innenhof des MAKs, des Museums für Angewandte Kunst in Köln.
Ich komme gerne hierher, Teile des Kreuzganges des ehemaligen Minoritenklosters säumen den Innenhof. Heute malt die Sonne einen schmalen Streifen an die Stirnwand des Hofes, alle halbe Stunde tragen wir ihr unsere Stühle hinterher. Und während ich lerne, was „wireframes“ sind und dass „Texte“ im Internet nicht nur Worte, sondern auch Bilder und Videos oder überhaupt aller Inhalt bedeutet, schaue ich auf den alten Baum mit seinen hängenden Zweigen und Blättern. Im Sommer stehen Tische und Stühle unter dem Baum.

Dort saßen sie, der 78jährige Jerzy und die 11-jährige Judith. Am 17. Juni 2008, mittags um halb eins. Bei ihrer allerallerersten Begegnung. Judith hatte bis 12 Uhr Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule, hinter dem Bahnhof, erst später am Tag würde sie das Ergebnis hören. Jerzy hatte bis 12 Uhr im Studio des domradios, vor dem Bahnhof, seine Geschichte in der Sendung „Menschen“ zum ersten Mal live erzählt. Unmittelbar nach der Sendung, noch vor der Studiotür habe ich die beiden vorgestellt. Später würde Jerzy sagen, es sei ihre Ernsthaftigkeit und ihre Aufrichtigkeit gewesen, die ihn haben sagen lassen: „No, gut, dann wir können probieren.“

No, gut. Heute können wir nicht wissen, ob diese Website frequentiert werden wird, ob sie die Menschen erreicht. Aber: wir können probieren.

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